
Re: Umbau YamaKawa = Beast
Hallo zusammen,
so ich hoffe im 2. Anlauf klappt das jetzt.
Wie der ein oder andere sicherlich weiß, habe ich mir bei unserem diesjährigen Besuch in Jänschwalde mein Beast zerlegt. Herztod so zu sagen, in Folge eines „unkontrollierten“ Eindringens von Sand in den 4. Zylinder. Oder wie es vielleicht ein Kardiologe sagen würde: „Herzembolie“!
Nunja – das war mehr als ärgerlich, aber nicht mehr zu ändern. Die Diagnose habe ich aber erst erhalten als ich wieder hier war. Ich hatte bis dato noch den Verdacht, dass ich mir irgendwie den Vergaser verstellt hatte. Leider hat Frank, mein Schraubergott, sehr schnell den Herztod diagnostiziert. Für mich war sofort klar, dass das Beast in jedem Fall wieder auf die Beine muss.
So begann zunächst einmal die Suche nach dem passenden Spender. Zuvor hatte ich das Herz aus einer Kawasaki GPZ550 implantiert. Das ging schon sehr gut vorwärts aber irgendwie hatte ich immer im Hinterkopf ein bisschen mehr wäre schon schön.
„Dummer“ Weise hatte Frank gerade von seiner Frau ein Motorrad geschenkt bekommen und irgendwie stand seine „alte“ Maschine nun mehr oder weniger ungenutzt in der Ecke. Was für ein Glück das es sich dabei um eine Kawasaki GPZ650 handelte. Somit war die Frage des Spenders relativ schnell geklärt. Um ehrlich zu sein hatte ich da schon die große Hoffnung, dass sich die Implantation des Spenderherzens relativ schnell vollziehen würde. Weit gefehlt - denn nun ging die Planung erst richtig los. Es musste vieles vermessen werden und die „Kinderkrankheiten“ des alten Beastes wollte man in diesem Zuge natürlich auch alle beseitigen. So vergingen dann bestimmt 3-4 Wochen, ohne das man einen nennenswerten Fortschritt feststellen konnte.
Dennoch hatte das ganze auch positive Aspekte. Denn bei all dem Vermessen und Planen stellte sich heraus, dass sich die beiden Motoren nicht die gleiche Basis teilen. Das neue Herz teilt sich den Rumpf vielmehr mit dem 750er und ich meine auch dem 900er, was natürlich für die Zukunft einiges an Spielraum lässt.
Nochmal zu den oben erwähnten Kinderkrankheiten:
Als größtes „Manko“ ist an dieser Stelle wahrscheinlich der immense Hitzestau zu nennen, welcher sich im Wesentlichen durch ein extrem schlechtes Anspringverhalten in warmen Zustand äußerte.
Ursache hierfür war der handgedengelte Krümmer damit man die vier Krümmerrohre irgendwie durch den Rahmen der Warrior bekam. Infolge dessen gab es einige Biegungen direkt am Motorauslass welche zu Verwirbelungen führten und diese bedeuten immer Wärmerückstau.
Durch diesen Rückstau kam es ebenfalls dazu, dass bei einem „Warmstart“ das in den Vergaser einströmende Benzin direkt verdampfte und es somit erst gar nicht zu einem Start kam.
Ebenfalls durch den Wärmerückstau verursacht kam es zu Gasbildung im Tank. Was das schlechte Anspringverhalten noch verstärkte.
Die offenen Luftfilter, die ich immer fuhr waren zwar sehr schön aber eigentlich auch immer nur eine Behelfslösung für den Luftfilterkasten, den man nicht mehr im Rahmen unterbekommen hat.
(Eine kleine Anmerkung des Autors: Wenn ich man oder wir sage, meine ich immer Frank, den Executer oder auch Schraubergott).
Nun galt es also für all diese „Kleinigkeiten“ eine Lösung zu finden. Das der originale Rahmen der Kawasaki überflüssig in der Gegend stand war auch hier die Lösung denkbar einfach. Man nehme den unteren Teil des Kawasaki-Rahmens und verbinde ihn mit dem Rahmen der Warrior. Somit fielen einige Rohre, welche vorher den ungestörten Luftstrom zum Motor behinderten weg. Im Gegenzug mussten natürlich einige Versteifungen in Form von Streben eingesetzt werden.
So jetzt aber genug der Worte und ich lasse noch ein paar Bilder sprechen:

Wie bereits hier gut zu erkennen, ging es ganz schön knapp zu zwischen Rahmen und Motor. Und da der Motor auch trotz intensiven Zuredens - weder durch Kippen oder Drehen noch „einfachem“ Hineinheben - in den Rahmen eingesetzt werden konnte, musste dieser kurzerhand wieder geöffnet werden.


Problem Luftfilter bzw. Luftfilterkasten:
Die zunächst angestrebte Lösung mit dem originalen Luftfilterkasten erwies sich im Nachhinein als nicht umsetzbar. Dieser musste geöffnete werden um ihn im Rahmen zu platzieren und sollte dann anschließend plastikgeschweißt werden. Das Problem war nur das zu viel entfernt werden musste und es somit im Anschluss wahrscheinlich zu einem zu geringen Luftdurchlass oder ungünstigen Verwirbelungen gekommen wäre.
Also musste eine andere Lösung her, welche sich in Form eines „Scheißhausrohres“ fand in das der originale Luftfilter eingesetzt wurde.


Dann zur Lösung für die Gasbildung im Tank. Hier wurden zwei Bleche gegen die aufsteigende Hitze in den Rahmen eingesetzt.

Hier nun die Lösung für die Auspuffanlage, den eingepassten Rahmen der Kawasaki und eine Versteifung.


Leider verlief die originale Auspuffanlage genau unter dem Motorrad, was bei einem Strassen-Quad natürlich viel zu tief ist. Deswegen musste die Auspuffanlage seitlich unter der rechten Nerfbar vorbeigeführt werden und so wurde aus einer 4-in-1-Anlage, eine 4-in-2-in-1-Anlage.



Das ganze endet zurzeit in dieser Tüte.

Und finally but not least noch eine weitere Versteifungen.

So das war es vorerst.
Der Rahmen wurde zuerst Sand gestrahlt und anschließend WIK-geschweißt.
Nach dem einpassen des Motors geht der Rahmen nun wieder zum Sand strahlen, anschließend noch einmal zum WIK-Schweißen und danach zum Pulverbeschichten.
Sollten noch Fragen bestehen - immer her damit.
Gruß
Markus
P.S. Weitere Bilder folgen.